Mit Kindern über Geld reden

„Mama, dann geh doch zur Bank und hol da neues Geld ab!“ 

oder „Sag deiner Chefin doch einfach, dass wir mehr Geld brauchen!“

Was Kinder sich so einfach vorstellen ist für Erwachsene oft kein Spaß und bringt uns in Erklärungsnot. 

Sicherlich wünschen Eltern sich nicht, dass Kinder mit finanziellen Sorgen groß werden, aber so ganz perfekt umschiffen lässt das Thema sich eben auch nicht. Steigende Kosten, Inflation, Arbeitslosigkeit oder elterliche Sparversuche – Kinder kriegen das (mehr oder weniger explizit) mit und denken sich ihren Teil. Da macht es wenig Sinn das Thema „Finanzen“ komplett totzuschweigen. Egal wie hoch oder niedrig das Einkommen der Familie gerade ist: Irgendwann kommt das Thema Geld auf den Tisch und Kinder stellen Fragen. Mangelt es an existentiellen Dingen, dann geht das an Kindern definitiv nicht spurlos vorbei und das Thema „Geld“ nimmt auch in kleinen Kinderköpfen viel Platz ein.

Wie soll man erklären, was Armut eigentlich bedeutet? Wie soll man begründen, dass man trotz Vollzeitjob sparen muss? Warum kann man Geld nicht einfach „besorgen“? Und warum zur Hölle haben eben nicht alle Menschen die gleichen Voraussetzungen und die gleichen Chancen? 

Auch schwere Themen müssen mit Kindern besprochen werden

Wie alle wichtigen Themen, die das Familienleben und den gemeinsamen Alltag beeinflussen kann man auch das Thema Finanzen nicht ganz ausklammern. So wie wir versuchen offen mit unseren Kindern über andere bedeutsame oder kritische Themen zu sprechen (zum Beispiel Gesundheit/Krankheit, Klima und Naturschutz, Bildung/Arbeit, gesellschaftliche und soziale Regeln, etc.), so sollten wir auch versuchen runtergebrochen, kindgerecht und auf Augenhöhe über dieses Thema zu sprechen. Immer dabei im Hinterkopf, dass wir die damit verbundenen Sorgen und Verantwortlichkeiten nicht an unsere Kinder abgeben und unsere Zweifel und Nöte nicht auf sie übertragen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder irgendwann in der Lage sind verantwortungsbewusst eigene Entscheidungen zu treffen, dann gehört es dazu auch offen über Geld zu sprechen. 

„Aber über Geld spricht man nicht!“ 

Dieses Motto scheint in vielen Köpfen noch fest verankert zu sein, schließlich ist es unpassend, fremde Menschen nach Ihrem Gehalt zu fragen oder mit dem eigenen Taschengeld anzugeben. 

Nichtsdestotrotz gehört es zum Groß-werden aber dazu, zu verstehen welchen Wert Geld hat und was man dafür kaufen kann. Für viele Dinge muss man sparen und Geld zur Seite legen – andere Dinge wird man sich vielleicht nie leisten können. Auch Kinder können dies, zunächst eher spielerisch, lernen und verstehen. Die wenigsten Eltern werden ihren Kindern immer jeden Wunsch erfüllen können – da bleibt es nicht aus, auch dieser Enttäuschung (in finanzieller Hinsicht) einen Raum zu geben und darüber zu sprechen. Auch wenn wir unseren Kindern vorleben möchten, dass Geld eigentlich keine große Rolle spielt und es in unserem Leben viel mehr auf Charakter und Zwischenmenschlichkeit ankommt – so sind wir (ob wir wollen oder nicht) auch in Bezug auf unseren Umgang mit Geld ein Vorbild für den Nachwuchs.

Damit das kein Tabuthema wird und unsere Kinder irgendwann verstehen wie das Konzept „Geld“ funktioniert, ist es wichtig sie auch an diesem Teil unseres (Erwachsenen-)Lebens teilhaben zu lassen.

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